Das Schaubild zeigt das politische System, das Ludwig Beck und Carl Goerdeler sich für eine Ordnung nach dem geplanten Attentat auf Hitler und dem Putsch gegen die NS-Führung vorstellten. Es soll die politischen Ziele der Verschwörer vom 20. Juli illustrieren. Das zukünftige politische System des Deutschen Reiches sollte nach den Vorstellungen Becks und Goerdelers auf wenig Wahlrecht, Elitenherrschaft und erzwungenem Klassenkompromiss beruhen. „Wirtschaftskammern“ sollten Unternehmer und Arbeiter_innen gleichermaßen umfassen und den Klassenkompromiss gewährleisten. Streiks sollten um des nationalen Friedens wegen verboten sein.
Die „Kräfte des Volkes“, die Beck und Goerdeler mit ihrer Verfassung entfesseln wollten, sollten eben Volksgemeinschaftskräfte und nicht Klasseninteressen sein.

Die in diesen Verfassungsentwurf eingeflossene allgemeine Kritik an der Weimarer Reichsverfassung schloss nicht die Kritik am Notstandsparagrafen mit ein: Der „Reichsführer“ als den die beiden Reaktionäre am liebsten wieder einen Kaiser gesehen hätten, sollte ausdrücklich über Notstandsbefugnisse verfügen und in der Lage sein, im Ausnahmezustand die Verfassung zeitweilig außer Kraft zu setzen.

Schaubild

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Schaubild: nevergoinghome 2008. Nach: Ludwig Beck / Carl F. Goerdeler, Das Ziel [Denkschrift von 1941], in: Bodo Scheurig (Hg.), Deutscher Widerstand 1938–1945 – Fortschritt oder Reaktion?, München 1969, S. 53–129.

Weitere historische Betrachtungen zu den politischen Zielen des 20. Juli finden sich in der Broschüre „Fragwürdige Traditionslinien“ im Artikel „Eine Frage der Ehre? Motive und Weltbild der Attentäter vom 20. Juli 1944″.

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