Über ein deutsches Märchen mit Claus Schenk Graf
von Stauffenberg in der Hauptrolle

Erschienen in der Phase 2, Nr. 28/2008.

FAZ-Herausgeber Frank Schirrmacher hat eine Mission. Er möchte Deutschland für einen Film begeistern, der schon während der Dreharbeiten die Feuilletons hierzulande intensiv beschäftigte: für den Stauffenberg-Film Valkyrie. Dieser Film wird der internationalen Öffentlichkeit aller Voraussicht nach eine Galionsfigur der deutschen Geschichte schmackhaft machen und – so hoffen Schirrmacher und mit ihm viele Deutsche – „unser“ Ansehen in der Welt ein wenig aufpolieren.
Im Gegensatz zu kommunistischen, sozialdemokratischen und kirchlichen Widerstands-gruppen sowie Einzelpersonen wie Georg Elser hat offenbar allein Claus Schenk Graf von Stauffenberg das Zeug zu Deutschlands Superattentäter. Das gilt trotz oder gerade wegen des Umstands, dass es allerlei Verrenkungen bedurfte, ihn als ?lupenreinen? Demokraten darzustellen. Es ist schließlich sein explizites Bekenntnis zum deutschen Vaterland, sein deutscher Nationalismus, der ihn, wie in diesem Text gezeigt wird, für diese ausgeschriebene Rolle prädestiniert.

Schirrmachers Begeisterung für das Heldenepos mit Tom Cruise könnte ein weiterer Etappensieg für eine sich gesellschaftlich durchsetzende neue Variante des Geschichtsrevisionismus sein. Stauffenberg hat bei dieser Variante eine wichtige Rolle zugewiesen bekommen. Der deutsche, militärische Widerstand bildet im Kampf um die deutsche Vergangenheit das zweite Standbein neben dem Opferdiskurs, der sich um das Leid der Deutschen während Vertreibung und Bombardierungen dreht.

Die Wirkung, die Valkyrie voraussichtlich haben wird und bereits lange vor Kinostart schon hat, könnte allerdings mehr als eine bloße Fußnote im Erinnern an Stauffenberg sein. Darauf deutet die Aufregung um den Film bereits hin. Welchen Part Stauffenberg in der Betrachtung der deutschen Geschichte und damit auch für die Wahrnehmung Deutschlands spielen wird, hängt eben unter anderem davon ab, wie er in massentauglichen Filmen dargestellt wird. Schon in den fünfziger Jahren halfen zwei beinahe zeitgleich produzierte Filme über das Hitler-Attentat vom 20. Juli, Stauffenberg vom Vaterlandsverräter zum Patrioten zu machen und die gute Wehrmacht von den bösen Nazis zu trennen.(1)
Um die Wichtigkeit von Filmen für die Erinnerung weiß Frank Schirrmacher, und gerade deshalb bemüht er sich um gute Publicity für Valkyrie. Als Tom Cruise für den zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal fertig geschnittenen Film einen Bambi für Courage erhielt äußerte sich Schirrmacher in seiner Laudatio so: ?Das Ansehen des Landes zu retten, wenigstens das, gerade auch im Ausland, war wie wir wissen, eine der wichtigsten Beweggründe Stauffenbergs bei seiner Tat. Durch Tom Cruises Entscheidung, diese Rolle zu spielen, wird Stauffenbergs Anliegen, wenn auch auf mittelbare Weise, doch noch verwirklicht.?(2) Die Aufregung um den Film und der Film selbst werden ihren Beitrag leisten. Stauffenberg dürfte nach allem, was bisher über den Film bekannt wurde, als unproblematischer Held dargestellt werden. Dass der Regisseur von Valkyrie, Bryan Singer, zuvor schon Superman Returns und X-Men gedreht hatte, dürfte dem Wunsch Schirrmachers und seiner Getreuen zugute kommen, die deutsche Geschichtsvariante dem größtmöglichen Publikum zu präsentieren.

Vom Vaterlandsverräter zum Nationalhelden

In den Gründungsjahren der Bundesrepublik betrachtete die Mehrheit der Deutschen die Akteure des 20. Juli als Verräter.(3) Doch bereits in der frühen Bundesrepublik begann die Rehabilitation der ?Frauen und Männer des 20. Juli?. Theodor Heuss sagte 1954 anlässlich des zehnten Jahrestages des Attentats als „Dank und Bekenntnis“:
„Der Dank aber weiß darum, dass die Erfolglosigkeit ihres Unternehmens dem Symbolcharakter des Opferganges nichts von seiner Würde raubt: hier wurde in einer Zeit, da die Ehrlosigkeit und der kleine, feige und darum brutale Machtsinn den deutschen Namen besudelt und verschmiert hatte, der reine Wille sichtbar, im Wissen um die Gefährdung des eigenen Lebens den Staat der mörderischen Bosheit zu entreißen und, wenn es erreichbar, das Vaterland vor der Vernichtung zu retten.“(4)
Ein Gründungsmythos der Bundesrepublik war geboren. Indem diese sich in die Tradition des 20. Juli 1944 stellte, entstand die Legende vom „anderen Deutschland“. Dieses „andere Deutschland“ steht für eine angeblich ungebrochene, „anständige“deutsche Tradition, die unbeschadet jenseits des als „Verführung des Volkes“ vorgestellten Nationalsozialismus weiter bestanden und in der Figur Stauffenberg ihren Ausdruck gefunden haben soll. Wie nebenbei sahen die Deutschen sich entlastet und vermeintliche Kollektivschuldvorwürfe aus dem Ausland konnten mit Verweis auf das „andere Deutschland“ abgewehrt werden.
Stauffenbergs Rehabilitierung diente dann auch der ideologischen Untermauerung der Wiederbewaffnung Deutschlands. Auch wenn sich die Wehrmachtskreise, aus denen die neue Bundeswehr aufgebaut wurde, nicht positiv auf Stauffenberg beziehen wollten (die Niederschlagung des Aufstandes wurde noch von vielen ehemaligen Wehrmachtsoffizieren verteidigt), konnte dem Problem der Traditionsbildung, das die Entstehung der Bundeswehr begleitete, unter anderem mit Verweis auf den 20. Juli begegnet werden. Im Erlass „Bundeswehr und Tradition“ von 1965 wurde schließlich das Andenken an den militärischen Widerstand, insbesondere an die Akteure des 20. Juli 1944, festgeschrieben und deren Vorbildfunktion hervorgehoben.
Seit den sechziger Jahren wurde jedoch ein differenzierteres Bild des 20. Juli 1944 gezeichnet. Die Wahrnehmung anderer Gruppen des Widerstandes erschwerte die Versuche, seine Akteure in den Rang von geistigen Vorläufern des Grundgesetzes und der westdeutschen Demokratie zu erheben. Dennoch wurde der 20. Juli bald ins Zentrum der Erinnerung an „den“ deutschen Widerstand gestellt und ein Vergleich der politischen Ziele der verschiedenen Gruppen des Widerstandes, besonders von politischer Seite, vermieden. Der 20. Juli sollte den Deutschen jederzeit als moralischer Leitfaden zur Orientierung dienen. Nichts anderes meinte Richard von Weizsäcker 1980 mit seinen Worten:
„So viele Menschen fragen heute wieder nach dem Sinn und Ziel für ihr Leben. Kein anderes Beispiel deutscher Geschichte dieses Jahrhunderts wie der 20. Juli 1944 bietet uns dafür dieMaßstäbe.“(5) Helmut Kohl fasste es 1984 so: „Das Bekenntnis zum Widerstand des 20. Juli 1944 wurde zum Bestandteil einer neuen Selbstfindung des deutschen Volkes.“(6)

Exportschlager Leitkultur

Infolge der neuen weltpolitischen Lage zu Beginn der neunziger Jahre wollte die nun mit voller nationaler Souveränität ausgestattete Großmacht Deutschland ihre Sicht auf die Vergangenheit zunehmend auch international durchsetzen. Nachdem zusammen mit dem Realsozialismus auch der kommunistische Widerstand erledigt wurde, stand nun selbst die Leistung der Westalliierten zur Diskussion. Stellvertretend für eine Generation von Flakhelfern, die in den achtziger Jahren erfolgreich die „konservative Wende“ herbeigeführt hatten, verlor Helmut Kohl in seiner Rede am 20. Juli 1994 kein Wort über die Befreiung durch die alliierten Armeen. Stattdessen feierte er den nach dem Kriterium der Nationalismus-Tauglichkeit gewürdigten deutschen Widerstand ab.(7)
Doch was dem rot-grünen Regierungsprojekt seit 1998 gelang, stellt das Vorangegangene in den Schatten. Mit dem Ende der Ära Kohl verordnete Deutschland sich und seiner Bundeswehr eine Image-Korrektur. Mit der allzu sorglosen Verherrlichung der Wehrmacht sollte Schluss gemacht werden, ebenso mit der unumwundenen Leugnung deutscher Kriegsverbrechen. Von der historischen Schuld wurde die historische Verantwortung abgeleitet. Deutschland als „Erfinder und Weltmeister der Vergangenheitsbewältigung“(8) wollte endlich die nach der Vereinigung gewonnenen außenpolitischen Handlungsspielräume nutzen.
Und so ist es nicht verwunderlich, dass der 20. Juli 1944 auch hier seinen Beitrag zur Legitimation deutschen Großmachtstrebens leisten sollte. Seit 1999 treten nun also jedes Jahr am 20. Juli Rekrutinnen und Rekruten der Bundeswehr zu einem „Feierlichen Gelöbnis“ im Bendlerblock an. Gleich im ersten Jahr dieser Veranstaltung – Deutschland hatte gerade mit dem Hinweis, ein zweites Auschwitz verhindern zu wollen, mit den NATO-Verbündeten einen Angriffskrieg gegen Jugoslawien geführt – verkündete der damalige Verteidigungsminister Rudolf Scharping durch die Blume, dass Gedenken an die Opfer der Vergangenheit ab jetzt heißt, auch militärisch im Konzert der Großen mitzumischen. Scharping formulierte: „Die Bundeswehr steht in der Tradition der Ideale des deutschen Widerstands, wenn sie gemeinsam in der internationalen Zusammenarbeit mit unseren Freunden und Partnern dem Recht aller Menschen auf Würde und Freiheit zum Durchbruch verhilft.“(9) Dass Deutschland keine Kriege führt, sondern nur „humanitäre Katastrophen“ abwendet, bekräftigte Gerhard Schröder fünf Jahre später in einer Rede: „Eine Armee, die sich der Freiheit und dem Frieden verpflichtet weiß – und einer internationalen Ordnung, wie es im Entwurf der Regierungserklärung von Beck und Goerdeler(10) heißt, in der allen Menschen der ›Weg zu den Gütern dieser Welt‹ offen steht. In dieser großen Tradition stehen die Angehörigen der Bundeswehr, die heute auf dem Balkan oder in Afghanistan den Frieden sichern und beim Wiederaufbau helfen.“(11)
Sein Meisterstück hatte Gerhard Schröder jedoch einige Wochen zuvor abgeliefert. Seine Teilnahme als erster deutscher Bundeskanzler bei den D-Day-Feierlichkeiten in der Normandie am 6. Juni 2004 machte endgültig vor aller Welt amtlich, dass Deutschland ein gleichberechtigter Partner in der Anti-Hitler-Koalition war und ist. In Schröders Begleitung: Philipp Freiherr von Boeselager, der letzte Überlebende der „Verschwörer“ des 20. Juli 1944. Es war also an der Zeit, dass Deutschland der Welt beweisen konnte, in Form des „deutschen Widerstandes“ einen ebenbürtigen Beitrag für die Befreiung Europas von Hitler erbracht zu haben. Gerhard Schröder überschrieb dann auch konsequenterweise seine Rede zum 20. Juli mit dem Titel „Das europäische Vermächtnis des Widerstands.“
Wenn alle in Europa zu gleichberechtigten Opfern Hitlers werden, so werden auch die Widerstandsgruppen zu gleichberechtigten Akteuren gegen Hitler. Diese deutsche Version der Geschichtsbetrachtung kennt nicht die Befreiung der Welt vom deutschen Nationalsozialismus, sondern die Befreiung Deutschlands und Europas von Hitler. Auf dieser Basis ist nun auch die Rehabilitierung möglich, von der Deutschland seit 1945 träumt. In den Worten des Verteidigungsminister Franz Josef Jung klingt das folgendermaßen: „Darum ist der militärische Widerstand eine der wichtigsten Traditionslinien für die Bundeswehr. Der Widerstand gegen Hitler hat die moralische und geistige Basis für ein neues Deutschland und damit für die Versöhnung in Europa gelegt.“(12)

Die Tat und das Gewissen

Auch wenn bereits gezeigt wurde, dass das Gedenken an den 20. Juli u.a. den politischen Zweck verfolgt, die Geschichte umzuschreiben, die Nachkriegsordnung zu überwinden und die internationale Handlungsfähigkeit Deutschlands sicherzustellen,(13) so gibt es doch einige bemerkenswerte Momente in den aktuellen Debatten, anhand derer sich zeigen lässt, wie das Gedenken an die Akteure des 20. Juli, insbesondere an Stauffenberg, überhaupt funktioniert. Den meisten ist, wie oben geschrieben, mittlerweile bekannt, dass die „Frauen und Männer des 20. Juli“ zumindest in den Anfangsjahren des Dritten Reiches Anhänger Hitlers und des Nationalsozialismus waren und dass ihre gesellschaftspolitischen Vorstellungen nicht dem Grundgesetz und der parlamentarischen Demokratie entsprachen. Und trotzdem werden sie zu Vorbildern, Helden und Vorkämpfern eines
demokratischen Rechtsstaates idealisiert.
Die Einsicht, dass Stauffenberg ?keine glatte, keine einfache Figur? war und die Attentäter allgemein ?ambivalente Figuren? sind, hat sich, wenn nicht überall, so doch in vielen Kreisen durchgesetzt. In diesem Zusammenhang wird immer wieder betont, Stauffenberg „hätte aus den Horizonten seiner Zeit“ gehandelt und es sei „unsagbar bequem und selbstgefällig, von der heutigen Zeit aus die Zögerlichkeit vieler deutscher Widerständler zu verurteilen.“ Es komme darauf an, die „dramatische Entwicklung“, die „Wandlung vom Saulus zum Paulus“ zu würdigen. Und so wird es ganz nebenbei zu einem Qualitätskriterium, Anhänger des NS und eventuell sogar an Kriegsverbrechen beteiligt gewesen
zu sein. Was sind dagegen jüdischer, kommunistischer oder sozialdemokratischer Widerstand? Betont wird die Dramatik um den Eidbruch, der – zumindest nach dem Filmtrailer zu urteilen – auch ein zentrales dramaturgisches Element in Valkyrie sein wird. Auch wird hervorgehoben, was u.a. auch Gerhard Schröder betont: dass „der deutsche Widerstand gegen die Führung des eigenen Landes kämpfen“ musste.(14) Was ist dagegen der Widerstand in den von Deutschland besetzten Ländern?
Und wenn es erst einmal um eine „dramatische innere Geschichte“, oder, weniger pathetisch, um einen „Lernprozess“ geht, dann reduziert sich alles schnell auf die Begriffe „Persönlichkeit“ und „Tat“. Ist
die Geschichte erst einmal so hohl, kann sie schnell wieder beliebig gefüllt werden. Es war nicht irgendeine Tat, sondern eine Tat „um Deutschlands Ansehen in der Welt willen“. Es kommt nicht mehr auf den praktischen Zweck an, sondern auf die Bereitschaft zum Opfer für das Vaterland. Das „heldenhafte Tun“ und die Bereitschaft, „Entscheidungen zu treffen, Verantwortung zu suchen“, bekommen damit stärkeres Gewicht als die eigentlichen politischen Ziele. Einmal beim Kern des Gedenkens angekommen, gibt sich der „Aufstand des
Gewissens“ als ein Aufstand des nationalistischen Gewissens zu erkennen.
Da die politischen Ziele der „Verschwörer“ nicht mehr von Belang sind, wird es einfach, verschiedene, auch einander widersprechende, Anschlussmöglichkeiten für das Gedenken an den 20. Juli herzustellen – solange Deutschland dabei nicht in Frage gestellt wird.
Mittels der bizarren Konstruktion der Zeitverhaftetheit können die Akteure des 20. Juli 1944 nun zu geistigen Ahnen der parlamentarischen Demokratie und des Grundgesetzes werden, auch wenn zugestanden wird, dass sie eben das mit ihren Motiven und Vorstellungen eigentlich nicht sein können. So ist zum Beispiel in den Reden zum 20. Juli von einem Einsatz für „Recht und Menschlichkeit“, einem „starken Zeichen für Frieden, Freiheit und Demokratie“, der Verteidigung der „Menschenwürde“, der radikalen Ablehnung von „Totalitarismus und Unrecht“, einem „Zeichen auf dem Weg zu einer wahren europäischen Wertegemeinschaft“ zu hören. Das Handeln, der Mut, die Zivilcourage der „Frauen und Männer des 20. Juli 1944″ sollen für all dies stehen und ein bleibendes Vorbild für alle guten deutschen StaatsbürgerInnen sein.
Das eigentümliche Gedenken an Stauffenberg macht es möglich, auf der einen Seite die Schuld am Vernichtungskrieg und Auschwitz einzugestehen und sich anderseits selbst in eine andere Tradition jenseits des Nationalsozialismus einzureihen, ohne auf den eigenen Nationalismus verzichten zu müssen. Dabei gibt es zwei Strategien der Bezugnahme auf den 20. Juli:
Erstens wird die historische Figur Stauffenberg durch die Betonung seines persönlichen Kampfes, seines Gewissens und seiner „mutigen Tat“ ausgehöhlt. So wird ein Bezug zur deutschen Demokratie möglich, der sich angesichts der politischen Überzeugungen der Attentäter sonst nicht herstellen ließe. Zweitens werden reaktionäre, nationalistische und militaristische(15) Positionen vom Makel der Nähe zum Nationalsozialismus befreit. Dies gelingt, indem sie über den Umweg Stauffenberg eingeführt werden. Sobald Stauffenberg unumstritten als unproblematischer Held dargestellt wird, sind auch die Traditionslinien der deutschen militärischen Rechten als unproblematisch für eine demokratische Republik mit bewältigter Vergangenheit und Weltgeltung anerkannt.
Es stellt sich hier die spannende Frage, welche Rolle ein – wahrscheinlich international erfolgreicher – Film wie Valkyrie für die Wahrnehmung Stauffenbergs, aber auch für die Wahrnehmung Deutschlands nicht nur im Inland, sondern auch im Ausland haben wird. Die Vermutung liegt nahe, dass mit der Zeichnung eines anderen widerständigen Deutschlands ein – wenn auch vielleicht bescheidener, von Frank Schirrmacher überschätzter – Beitrag zur Rehabilitierung Deutschlands in der Weltöffentlichkeit geleistet wird. Zu diesem seit langem und bisher auch recht erfolgreich verfolgten Ziel trägt die Stauffenberg-Debatte ihren Teil bei.

Anmerkungen:

(1) Es geschah am 20. Juli (D 1955, R: G. W. Pabst) und 20. Juli
1944
(D 1955, R: Falk Harnack).

(2) Transkribiert aus der ARD-Übertragung von der Bambiverleihung 2007 durch die VerfasserInnen.

(3) Siehe Norbert Frei, Erinnerungskampf, in: ders., 1945 und Wir. Das Dritte Reich im Bewusstsein der Deutschen, München 2005, 129–144, bes.
133.

(4) http://www.20-juli-44.de/pdf/1954_heuss.pdf.

(5) http://www.20-juli-44.de/pdf/1980_weizsaecker.pdf .

(6) http://www.20-juli-44.de/pdf/1984_kohl.pdf.

(7) http://www.20-juli-44.de/pdf/1994_kohl.pdf.

(8) Frei, 1945 und wir, 7.

(9) http://www.20-juli-44.de/pdf/1999_scharping.pdf.

(10) General Ludwig Beck und Carl Goerdeler waren wichtige Figuren des 20. Juli. Die Denkschrift von Beck und Goerdeler, auf die Schröder sich hier bezieht, ist ein erhellendes Zeugnis über die reaktionäre Gesinnung der Leute vom 20. Juli. Das Europa, von dem die beiden schreiben, stellen sie sich natürlich unter deutscher Führung vor.

(11) http://www.20-juli-44.de/pdf/2004_schroeder.pdf .

(12) Siehe http://www.bmvg.de/portal/.

(13) Die Tradition des ?anderen Deutschlands? verschafft der
Regierung mehr außenpolitische Handlungsfähigkeit, da besonders diese nach 1945 von der ?deutschen Schuld? in Beschlag genommen war. Mit dieser Tradition stehen deutsche Absichten nicht mehr unter dem Verdacht, bösen Absichten zu sein. Sie benötigen damit keine besonderen Rechtfertigungen vor dem Hintergrund der deutschen Vernichtungskriege, die auf einen von den Deutschen selbst am leidenschaftlichsten bekämpften Unfall der deutschen Geschichte reduziert werden können.

(14) http://www.20-juli-44.de/pdf/2004_schroeder.pdf.

(15) Unter Militarismus verstehen wir auf gesellschaftlicher Ebene ein hohes Ansehen des Militärs und große Akzeptanz kriegerischer Einsätze, auf politischer Ebene einen Einfluss militärischer Eliten sowie Militäreinsätze als normales außenpolitisches Instrument.
In dieser Definition kann das gegenwärtige Deutschland nicht als militaristisch beschrieben werden. Eine leichte Bewegung dahin ist aufgrund der Erfüllung der letztgenannten Bedingung allerdings zu verzeichnen.

…nevergoinghome.
Die Berliner Gruppe …nevergoinghome. beschäftigt sich mit dem Thema Erinnerungspolitik.
[Nummer:28/2008]

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