Archiv der Kategorie 'Stauffenberg-Kritik'

70 Jahre 20. Juli

…und kein Ende der nationalen Selbstvergewisserung über dieses Ereignis.

Die Welt gibt wieder, was Bundespräsident Joachim Gauck so über die historische Bewertung schwadroniert:

Die Bombe erreichte zwar ihr Ziel nicht, Hitler überlebte die Explosion leicht verletzt, und auch der trotzdem eingeleitete Staatsstreich wurde binnen eines halben Tages brutal niedergeschlagen.

Das sei jedoch nicht entscheidend, hielt der Bundespräsident fest und fragte rhetorisch:“Wie bemessen wir überhaupt Erfolg und Scheitern in der Geschichte? Der zeitliche Abstand von 70 Jahren sollte uns Anlass sein, auch darüber nachzudenken.“

Wenn nämlich „das Wirken in die Welt hinaus und in die Zukunft hinein“ der Maßstab sei, so das Staatsoberhaupt in seiner Gedenkrede weiter, „dann sollten wir zumindest sehr vorsichtig sein mit Begriffen wie ,Scheitern‘ oder ,Misserfolg‘.“ Denn der 20. Juli und all die anderen Versuche des Widerstands gegen Hitler und das NS-Regime haben seinen Worten zufolge „nicht nur eine faktische Bedeutung, sondern sehr klar eine moralische – und bei genauer Betrachtung natürlich auch eine eminent politische.“

Die moralische und die politische Bedeutung sind also der eigentliche Erfolg. Dies ist natürlich wichtiger als das, was das Attentat hätte im besten Falle erreichen können: das Ende des Krieges und der Shoah und damit die Verhinderung mehrerer Millionen Toter. Über diese kann ein deutscher Bundespräsident natürlich nonchalant hinwegtrampeln, geht es doch um Größeres:

Gauck betonte, dass die Bundesrepublik aus diesem Erbe, nachdem sie „verspätet die Bedeutung des militärischen Widerstands“ begriffen hatte, „Legitimation schöpfen“ konnte.

Der Chefkommentator der Welt hingegen erklärt nochmals ohne näheres Interesse an historischen Zusammenhängen rein moralische Gründe zum einzigen Beweggrund des Attentats:

Die wahre Antriebskraft der Verschwörer war ihr Wissen um den Massenmord an den Juden, um den Mord an Geisteskranken, den Hungertod Hunderttausender russischer Kriegsgefangener und die Gräuel in den KZ, ihr Wissen um die Kirchenverfolgung und die Entrechtung des Menschen überhaupt. Der Grund, das Attentat auf Hitler zu wagen, war nicht der Wunsch nach einem besseren materiellen Leben, sondern die Moral und das Gewissen.

Und damit – trara – ist der 20. Juli „zeitlos einzigartig“. Denn vergleichen wir es mit anderen historischen Ereignissen:

Es gab in der Geschichte viele Umstürze, Revolutionen und Attentate. Aber es gibt nur sehr wenige Ereignisse, die mit einem solchen moralischen Anspruch geplant und vollzogen wurden. Vielleicht gibt es sogar keinen weiteren Umsturzversuch von derartiger Tragweite, dessen Ursache nicht materielle, sondern ausschließlich moralische Beweggründe waren.

Der Anlass für die amerikanische Revolution war eine Steuererhöhung, weil die Kolonialherrin Großbritannien Feldzüge finanzieren wollte. Der Antrieb für die Französische Revolution kam zwar aus dem Freiheitswillen – Anlass aber war die desolate Wirtschaftslage großer Bevölkerungsschichten, verbunden mit immer neuen kriegsbedingten Abgabenlasten.

Am 20. Juli 1944 war das anders.

Wir haben zwar schon viel Unsinn gelesen, der zu diesem Datum verbreitet wurde, die These der Singularität des 20. Juli ist aber nun wirklich ein ideologisches Kunststück sondergleichen. Denn nun haben die Deutschen nicht nur das singuläre Verbrechen, sondern eben auch die singuläre moralische Großtat auf ihrer Seite. Damit ist ja dann die Rechnung quitt.

Nun wo die Rechnung quitt ist, kann das Publikum auch zur Bescheidenheit angehalten werden: „Stauffenberg war kein Halbgott, er hatte Angst.“ Ach, so.

20. Juli

Anlässlich des 20. Juli und des an diesem Tag stattfindenden feierlichen Gelöbnisses veröffentlichen wir hier nochmals einen unserer Texte zum Gedenken an Stauffenberg. Es handelt sich dabei um den Abschnitt zum 20. Juli aus unserem Vortrag „Die Deutschen und ihre Toten“. Dieser Text gibt in knapper Form unsere wesentlichen Kritikpunkte am Stauffenberggedenken wieder und präzisiert und aktualisiert die ausführliche Argumentation unserer Broschüre zum 20. Juli.

Stauffenberg und der 20. Juli im deutschen Erinnerungsdiskurs

Am 20. Juli 1944 hat eine Gruppe von v.a. militärischen Verschwörern um den damaligen Oberst Stauffenberg ein Attentat auf Hitler durchgeführt, das bekanntlich scheiterte. Mit historischen Details wollen wir uns hier nicht lange aufhalten.
Will man allerdings den Diskurs um Stauffenberg richtig einordnen, so muss man zwei Ebenen unterscheiden, auf denen Auseinandersetzungen geführt werden. Die eine ist die des Historischen und die andere die des Erinnerns und Gedenkens. Auf die Ebene des Erinnerns kommen wir noch zurück. Auf der Ebene des Historischen werden die Auseinandersetzungen um das Weltbild, die Motive der Verschwörer, um die gesellschaftlichen Strukturen des NS, die deutsche Vernichtungspolitik wie auch die Frage nach Handlungsmöglichkeiten geführt. Desweiteren wird den Fragen nachgegangen, ab wann bzw. ob überhaupt Stauffenberg sich vom Nationalsozialismus distanzierte, welche Ziele und Motive sein Handeln bestimmten etc. (mehr…)

Vortrag in München

4.11.2010 // München // Kafe Marat, Thalkirchnerstraße 104/II // Veranstaltet von antifa nt

Der Vortrag findet im Rahmen der Mobilisierung zum Antifa-Aktion-Day gegen den Heldengedenkmarsch von Nazis in München am 13.11.2010 statt (zum Aufruf)

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Nachtrag 05.11.10: Der Text des Vortrags ist jetzt online und kann hier nachgelesen werden.
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Ankündigungstext:

Die Deutschen und ihre Toten
Entlastende Erzählungen und ihre nationale Funktion

Vortrag der Gruppe …nevergoinghome.

Den meisten Menschen hierzulande erscheint ihre Zugehörigkeit zur deutschen Nation als natürlicher Bestandteil ihrer Identität. Die Nation gilt als die Grundlage und Legitimation der staatlichen Gewalt und nicht als das, was sie ist: Die exklusive Zusammenfassung einer Gruppe von Menschen unter eben diese Gewalt. Eben weil es sich bei der Rede von der nationalen Identität um eine ideologische Verkehrung handelt, ist sie niemals widerspruchsfrei begründbar. Dass das mit der Natürlichkeit nicht so einfach ist, merken auch diejenigen, die daran glauben. Gerade deshalb ist die Frage, was deutsch ist, ständiger Gegenstand von Diskursen und wird immer wieder neu öffentlich ausgehandelt.
Um die Natürlichkeit von Nation zu begründen, wird besonders auf die Geschichte verwiesen, die als nationale Geschichte erzählt wird. Damit haben Deutsche aber auch immer ein besonderes Problem. Nationale Geschichte wird schließlich unter der Zielsetzung erzählt, dass am Ende das Bild einer guten Nation zu stehen hat. (mehr…)

Vortrag in Bochum

20. Juli 2010 // 19.00 Uhr // Kulturcafe Ruhr-Universität Bochum, Universitätsstr. 150, 44801 Bochum.

„Nationalheld Stauffenberg – Wie mit Geschichte Politik gemacht wird“

Vortrag der Gruppe …nevergoinghome

Die Grenzöffnung zwischen den beiden deutschen Staaten war der Beginn einer neuen Phase, in der sich Deutschland als Nation feiert, auf die sich positiv bezogen werden kann. flyerbochumDas Problem dabei ist, dass mit zwei begonnenen Weltkriegen, dem Nationalsozialismus und der Shoah als Vergangenheit so umgegangen werden muss, dass das positive Selbstbild darunter nicht leidet.
Für solche Zwecke ist die Figur Stauffenberg wie geschaffen: Stauffenberg und das Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 stehen paradigmatisch für den „Deutschen Widerstand“ gegen den Nationalsozialismus. Dass Stauffenberg selbst lange Anhänger des Nationalsozialismus und Antisemit gewesen ist und bis zu seinem Tod ein erklärter Feind der Demokratie, wird mittlerweile zugegeben. Jedoch wird gerade die späte Abkehr vom Nationalsozialismus als vorbildlicher Lernprozess gedeutet, in dem sich das heutige Selbstverständnis der Deutschen als „Weltmeister der Vergangenheitsbewältigung“ spiegelt. (mehr…)

Workshop auf Antinationalem Sommercamp

Auf dem diesjährigen Antinationalen Sommercamp der Jungen Linken (28. Juli 2010 bis 4. August 2010) wird es einen Workshop von nevergoinghome geben:

Nationalheld Stauffenberg – Warum der 20. Juli vielen Deutschen so wichtig ist

Im Streit um die richtige Deutung der Geschichte geht es nicht einfach um die korrekte Darstellung der Vergangenheit, sondern im nationalen Erinnern stecken immer auch Appelle für die Gegenwart. Wie erinnerungspolitische Diskurse funktionieren und welchen politischen Konjunkturen sie unterliegen, soll am Beispiel des Gedenkens an Stauffenberg von 1950 bis heute aufgezeigt werden. Daran lässt sich die Frage diskutieren, ob Erinnerungspolitik überhaupt ein sinnvolles Betätigungsfeld für eine radikale Linke sein kann und wenn ja, wie sie aussehen könnte.

Antinationales Sommercamp hoch drei

Noch sind ein paar Plätze frei. Unter www.junge-linke.org kann sich angemeldet werden.

Mitschnitt zum download

Am 17.06.09 waren wir auf einer Veranstaltung im Rahmen der antinationalen Kampagne des UmsGanze-Bündnisses vom antifa AK cologne in Köln eingeladen.
Dort diskutierten wir zum Thema „Stauffenberg – Sinnstifter der Nation?“, mit einem Vertreter der autonomen antifa [f] aus Frankfurt.

In der Ankündigung wurde u.a. folgendes versprochen:

Die Berliner Gruppe nevergoinhome wird in einem Inputreferat über die Bedeutung von nationalen Helden und Myten, die Diskurse, in denen diese auftauchen, und welche Zwecke und Bedeutungen diese haben, eingehen – und was das alles mit Nationalismus zu tun hat.

Die Frankfurter Gruppe Antifa F wird in ihrem Inputreferat darlegen, wie aus den wiederkehrenden Bedrohungslagen gesellschaftlicher Konkurrenz sich die Ideologie nationaler Schicksalsgemeinschaft klassenübergreifend als vermeintlich vorpolitische und außerökonomische Anspruchsgrundlage auf Solidarität und staatliche Fürsorge in der Not entwickelt.

In der Diskussion entwickelte sich eine spannende Auseindersetzung um die Relevanz von Geschichtspolitik und Antinationalismus.

Das ganze gibt es jetzt hier in voller Länge als Mitschnitt zum download (ca. 100 MB).

Weitere Veranstaltungen zu Stauffenberg

Eine Kritik am Stauffenberggedenken stößt auch lange nach „Operation Walküre – das Stauffenbergattentat“ auf Interesse. Wir haben für Ende des Jahres zwei Einladungen erhalten.

Zum einen werden wir einen Workshop zum Thema „Stauffenberg im deutschen Erinnerungsdiskurs“ auf dem Kongress des Bundesarbeitskreises Kritischer Juragruppen (BAKJ) am Freitag, den 29.10.2009 um 15:00 Uhr in der Rütli-Schule, Berlin Neukölln.

Ankündigungstext

In Göttingen halten wir am 04.11. um 20: 00 einen Vortrag mit dem Titel „Mythos Stauffenberg: Staatstragender Geschichtsrevisionismus“ im JuzI-Café.

Ankündigungstext.

Gelöbnix 2009

Auch am diesjährigen Protest gegen das öffentliche Gelöbnis vor dem Reichstag beteiligte sich …nevergoinghome mit einem Transparent und einem Redebeitrag. Dies war auch bitter nötig. Ein Bezug auf Geschichte war diesmal in nur einer Rede überhaupt hergestellt worden. Hier jedoch enttäuschte uns der Vertreter des VVN/BdA zutiefst, indem er einen positiven Bezug auf Stauffenberg herstellte. Wo sind die Antimilitarist_innen geblieben, die früher solide Arbeit bei der Stauffenbergkritik geleistet haben?

ngh bei geloebnix

Guttenbergs Festgeschwurbel

Dass der 20. Juli nach wie vor – und gerade am 65. Jahrestag des Attentats – wieder für alle möglichen ideologischen Zwecke in Stellung gebracht wird beweist gut die Rede von Theodor zu Guttenberg. Er verdiente sich damit sicherlich den Schwurbel-Preis.

Für Freiheit, Recht und Menschenwürde haben die Widerständler um Graf Stauffenberg ihr Leben eingesetzt, es geopfert und dennoch ein ehernes Fundament für Leben gesetzt. Für unser – vielleicht allzu oft beklagtes – Leben, auch das meiner Generation.

Das Leben fürs Vaterland geben, ein fettes Lob dafür fast gleich zu Beginn. (mehr…)

Vortrag in Frankfurt am 28.04.

Wir beginnen mit unserer Vortragstournee in Frankfurt und zwar am

28.04.2009
um 20:00
im IvI, Kettenhofweg 130

Eingeladen hat uns das Institut für vergleichende Irrelevanz.

Die genaue Vortragsankündigung findet sich hier.

Übrigens findet sich neben einer interessanten Rezension von „Operation Walküre“ eine stark gekürzte Fassung des Diskursartikels aus der Broschüre in der aktuellen Ausgabe (#82) des Antifaschistischen Infoblattes.

Kundgebung und Medienecho

Obwohl wir ein doch recht kleines Grüppchen waren, erziehlte die Kundgebung doch einige Aufmerksamkeit.
Die Redebeiträge, die wir auf der Kundgebung gehalten haben, können hier und hier nachgelesen werden. Ein Artikel über die Kundgebung zur Premiere findet sich auf Indymedia, ein anderer beim Medienkollektiv.

anti-stauffenberg-kundgebung

In beiden Artikeln wird auch der „Pink Rabbit“ erwähnt, den die Naturfreundejugend mit dem Spruch „Deutschland ist mir Möhre“ auf den Roten Teppich schickte und dazu ein Flugblatt verteilte. (Video hier).
Wir wünschen dem Pinken Hasen noch sehr viele schöne Auftritte auf seinem weiteren Weg im „Supergedenkjar 2009″:

pink rabbit

Aus diesem Grund wird im Jahr 2009 Pink Rabbit viel unterwegs sein. Überall dort, wo nationale Inszenierungen stattfinden, wird es auftauchen und sie lächerlich machen. Auf der Website: www.pink-rabbit.org wird es regelmäßig seine neuesten Coups erläutern.

An dieser Stelle wollen wir der nfj und dem Rabbit nochmal ein großes Dankeschön aussprechen, einerseits für die gelungene Aktion, anderseits auch, weil sicherlich die große mediale Aufmerksamkeit, die unserer Veranstaltung zuteil wurde, zum größten Teil wohl ihr Verdienst ist.
(mehr…)

Kundgebung gegen nationale Helden

Kundgebung zur Deutschlandpremiere von „Operation Walküre“.
Dienstag 20.01 19h, Alte Postdamer Str., gegenüber dem Marlene-Dietrich-Platz, beim Theater am Potsdamer Platz. Veranstaltet von …nevergoinghome

Anit-Stauffenberg-Transparent

60 Jahre Deutschland sind genug! Für viele genug, um versöhnlich auf die deutsche Geschichte zu blicken. Mit „Operation Walküre – Das Stauffenberg Attentat“ kommt ein Film in die Kinos, auf den die Hoffnung gesetzt wird, Deutschland zu einem besseren Ansehen in der Welt zu verhelfen. Möchte man ein „Volk“ der Opfer und Widerständler sein und eine selbstbewußte Außenpolitik betreiben, bietet sich der konservative „Widerstand“ eines Stauffenberg als Anknüpfungspunkt für die Begründung einer scheinbar moralisch einwandfreien deutschen Tradition an. Ein „anständiger“ Nationalismus und Militarismus, in dessen Traditionlinie sich die Bundeswehr, stellvertretend für die gesamte Nation, bei den feierlichen Gelöbnissen des 20. Juli immer wieder gerne stellt. Wir brauchen keine nationalen Helden, weil wir keine deutsche Nation brauchen. Stauffenberg abschalten! Eject Germany!

Die taz über die Podiumsdiskussion

Die taz schafft es, über die Podiumsdiskussion zu berichten, ohne den Namen unserer Gruppe zu erwähnen. Vielleicht ist das aber auch besser so.

http://www.taz.de/1/leben/film/artikel/1/hitler-sells-stauffenberg-sells-more/

Podiumsdiskussion: Stauffenberg im deutschen Erinnerungsdiskurs

Podiumsdiskussion: \"Stauffenberg im deutschen Erinnerungsdiskurs - Vom Vaterlandsverräter zum Superhelden in Uniform\" mit Prof. Dr. Micha Brumlik (Erziehungswissenschaftler, Frankfurt a.M.), Konstantin Sakkas (Freier Autor, Berlin) Sonja Schultz (Filmwissenschaftlerin, Berlin) Prof. Dr. Wolfgang Wippermann (Historiker, Berlin) am 15.01. im Kinosaal der Humboldtuniversität Berlin, Unter den Linden 6

Stauffenberg im deutschen Erinnerungsdiskurs
Vom „Vaterlandsverräter“ zum Superhelden in Uniform

Podiumsdiskussion mit
Micha Brumlik (Erziehungswissenschaftler, Frankfurt a.M.)
Konstantin Sakkas (Freier Journalist und Autor, Berlin)
Sonja Schultz (Filmwissenschaftlerin, Berlin)
Wolfgang Wippermann (Historiker, Berlin)

am 15.01. um 20:00 Uhr
im Kinosaal der Humboldt-Universität Berlin, Unter den Linden 6.

Veranstaltet von nevergoinghome.

Am 20. Januar startet der Film „Operation Walküre – Das Stauffenberg Attentat“ in den deutschen Kinos. Das gibt Anlass, die bisherige Rolle des Attentats für die gegenwärtigen Erinnerungspolitik zu diskutieren. Hierfür ist auch von Interesse, in welchen historischen Zusammenhängen das Attentat stand und wie die Ereignisse in früheren Verfilmungen verarbeitet worden sind. Seit dem Ende des 2. Weltkriegs hat sich das Gedenken an Stauffenberg gewandelt. Er wurde zunächst als Vaterlandsverräter betrachtet, gilt aber vielen mittlerweile als Held. Bekannt ist allerdings, dass es sich bei den Verschwörern vom 20. Juli 1944 um Gegner der Weimarer Republik handelte, die von den Verbrechen der Nationalsozialisten wussten und sich aktiv an der deutschen Kriegsführung beteiligten.
Eigenen sich die Attentäter als politisch-moralische Vorbilder für die Deutschen?

Anti-Trailer

Eine Filmgruppe hat einen netten Anti-Trailer zu Valkyrie gemacht. Danke!

Broschüre

Die Broschüre Fragwürdige Traditionslinien ist fertig und kann hier heruntergeladen werden. Alle Artikel wurden von dem Autorenkollektiv nevergoinghome verfasst. Die Broschüre liegt auch als Printversion vor.
Fragwürdige Traditionslinien