Archiv für Oktober 2009

Gegen jedes Heldengedenken

Das „Heldengedenken“ auf dem Garnisonsfriedhof Columbiadamm ist ein jährliches Ritual rechter, rechtsradikaler, reaktionärer und nazistischer Vereine und Verbände, das am sog. „Volkstrauertag“ stattfindet. Zu diesem Tag treffen sich Reservisten der Deutschen Bundeswehr, reaktionäre Traditionsverbände, Burschenschaften, Alt- und Neonazis, um der im Ersten und Zweiten Weltkrieg gefallenen Soldaten zu gedenken und sie als „Helden“ zu verehren.

Zwar ist es durch antifaschistische Proteste zuletzt gelungen, die Veranstaltung gesellschaftlich zu isolieren und Vertreter_innen der „Demokratischen Parteien“ (noch 2006 legte der FDP-Bezirksverband Neukölln einen Kranz nieder) und der Bundeswehr eine Teilnahme unmöglich zu machen. Auch ging die Zahl der Teilnehmer_innen in den letzten Jahren zurück. Trotzdem ist es bis heute nicht gelungen, diesem nationalistischen, reaktionären und geschichtsrevisionistischen Treiben ein Ende zu bereiten. Daher gilt es auch dieses Jahr, der Veranstaltung lauten und unversöhnlichen Protest entgegenzubringen.

Unserer Protest gilt aber nicht dieser reaktionären Veranstaltung allein, sondern dem Volkstrauertag auch in seiner zivilgesellschaftlichen Form, wie sie der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und der offizielle Staatsakt zeigt. Keine Träne für deutsche Täter.

Den ganzen Aufruf lesen.

Mobilisierungs-Jingle anhören:

Kommt zur Kundgebung gegen das Heldengedenken am 15.11.2009 um 10:00h, Columbiadamm

Aufruf zur Antinationalen Demo am 07.11.2009

Trotz erheblicher Differenzen mit dem Aufruf der TOP zur Antinationalen Demonstration am Samstag, den 07.11. unterstützen wir das Anliegen einer breiten Mobilisierung für einen Protest gegen die Wendefeierlichkeiten. Die Gründe dafür haben wir zusammen mit der Naturfreundejugend Berlin in einem eigenen Aufruf zusammengefasst, der hier nachgelesen werden kann. Alternativ als pdf zum download.

Außerdem möchten wir nochmal auf die Radiodebatte beim fsk verweisen, bei der die TOP sich der Kritik stellt. Der Diskutant von nevergoinghome vertritt dabei allerdings eine Auffassung, die nicht von allen aus unserer Gruppe geteilt wird. Wir hoffen, dass die Diskussion (ein guter Überblick über die bisherige Debatte findet sich hier und hier) weitergeführt wird und werden uns auch daran beteiligen.

Kommt alle zur Antinationalen Demonstration am 07.11.09, 16:00, am Checkpoint Charly!

Antinationale Demo

Zeitung zum 9.11. erschienen

Die Zeitung der Antifaschistischen Initiative Moabit (AIM) zur Gedenkdemonstration am 09.11. ist erschienen und kann hier als pdf runtergeladen werden.

9. November: Kundgebung und Demostration am Mahnmal Levetzostr.

Ebenfalls erschienen ist die erste Broschüre aus der Reihe „In Remembrance of…“ der autonomen neuköllner antifa (ana). Sie beschäftigt sich mit den „Widerlichkeiten des deutschen ›Heldengedenkens‹“. Die Broschüre liegt an einschlägigen Orten aus und informiert detaillreich über den Friedhof am Columbiadamm, die Denkmähler, die dort stehen und das jährliche Ritual am Volkstrauertag.

Mitschnitt zum download

Am 17.06.09 waren wir auf einer Veranstaltung im Rahmen der antinationalen Kampagne des UmsGanze-Bündnisses vom antifa AK cologne in Köln eingeladen.
Dort diskutierten wir zum Thema „Stauffenberg – Sinnstifter der Nation?“, mit einem Vertreter der autonomen antifa [f] aus Frankfurt.

In der Ankündigung wurde u.a. folgendes versprochen:

Die Berliner Gruppe nevergoinhome wird in einem Inputreferat über die Bedeutung von nationalen Helden und Myten, die Diskurse, in denen diese auftauchen, und welche Zwecke und Bedeutungen diese haben, eingehen – und was das alles mit Nationalismus zu tun hat.

Die Frankfurter Gruppe Antifa F wird in ihrem Inputreferat darlegen, wie aus den wiederkehrenden Bedrohungslagen gesellschaftlicher Konkurrenz sich die Ideologie nationaler Schicksalsgemeinschaft klassenübergreifend als vermeintlich vorpolitische und außerökonomische Anspruchsgrundlage auf Solidarität und staatliche Fürsorge in der Not entwickelt.

In der Diskussion entwickelte sich eine spannende Auseindersetzung um die Relevanz von Geschichtspolitik und Antinationalismus.

Das ganze gibt es jetzt hier in voller Länge als Mitschnitt zum download (ca. 100 MB).

Weitere Veranstaltungen zu Stauffenberg

Eine Kritik am Stauffenberggedenken stößt auch lange nach „Operation Walküre – das Stauffenbergattentat“ auf Interesse. Wir haben für Ende des Jahres zwei Einladungen erhalten.

Zum einen werden wir einen Workshop zum Thema „Stauffenberg im deutschen Erinnerungsdiskurs“ auf dem Kongress des Bundesarbeitskreises Kritischer Juragruppen (BAKJ) am Freitag, den 29.10.2009 um 15:00 Uhr in der Rütli-Schule, Berlin Neukölln.

Ankündigungstext

In Göttingen halten wir am 04.11. um 20: 00 einen Vortrag mit dem Titel „Mythos Stauffenberg: Staatstragender Geschichtsrevisionismus“ im JuzI-Café.

Ankündigungstext.

Ankündigung

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Zum Aufruf.

Das Berliner Bündnis gegen die Wendefeierlichkeiten ruft zu einem Aktionswochenende und einer bundesweiten Demo am 07.11.2009 anlässlich des 20jährigen Jubiläums des Mauerfalls und dessen nationaler Feier als Sieg des Kapitalismus in der Systemkonkurrenz unter dem Titel: „Es gibt kein Ende der Geschichte“. Am 31.10. gibt es dazu ein Workshopwochenende zu Scheitern und Zukunft des Kommunismus.