Archiv für März 2008

Text des Vortrags jetzt online

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…nevergoinghome stellt sich vor

Wir stellen unsere Anti-Stauffenberg-Kampagne vor und zur Diskussion. Dazu halten wir einen Vortrag am 20.03.2008 um 20:30 im Projektraum Neukölln, Hermannstr. 48.

Flyer

Spätestens seit dem heiß diskutierten Filmdreh von Tom Cruises “Valkyrie” ist allen Deutschen klar, dass Stauffe ein verdammt tighter Typ gewesen sein muss — ein Held, wenngleich zum Leidwesen deutscher Patrioten für die Welt noch ein “unknown hero” (Filmtrailer OV). Das könnte sich aber, so hoffen einige, mit dem Film ändern. Stauffenberg soll das Ansehen Deutschlands in der Welt retten — er verkörpere das “andere” Deutschland — den “wahren deutschen Geist”, der neben Hitler angeblich immer auch bestanden habe. Was dieser gern imaginierte wahre deutsche Geist hingegen ist, lässt sich an der Figur Stauffenberg allerdings gut zeigen: Ein national-konservativer reaktionärer Militarist, den sein preußischer Gehorsam in eine Krise des Gewissens stürzte, als er Deutschland zu liebe “die Tat” wagte. Kein Wunder also, wenn das Gedenken an Stauffenberg und seine reaktionären Mitstreiter_innen in erster Linie immer einem nationalistischen und militaristischen Diskurs diente und sowohl bei Wiederbewaffnung als auch bei dem ersten Angriffskrieg der BRD zur moralisch-ideologischen Legitimation herangezogen werden konnte. Mit Stauffi wird Geschichtsrevisionismus leicht gemacht: Die Verbrechen des NS müssen nicht geleugnet werden, man braucht sich bloß in die Tradition des einäugigen Helden unter den angeblich blinden Mitläufer_innen zu stellen. So kann sich auch der/die reaktionärste Deutsche als Antifaschist_in begreifen.
Damit das “heilige Deutschland” nicht lange lebt, setzt sich die Gruppe …nevergoinghome mit der laufenden Debatte auseinander und verweigert Stauffe alle Ehre. Denn: Wer Deutschland liebt, muss scheiße sein.